Batik mit natürlichen Mitteln

In unserem Artikel “Batik” erklären wir dir, wie einfach es ist selbst zu batiken. Du hast keine Lust auf Chemikalien und möchtest lieber nutzen, was Mutter Natur uns sowieso schon zur Verfügung stellt? Dann färb deine Stoffe doch einfach mit dem Sud aus natürlichen Zutaten. Bevor du loslegst, ist es allerdings empfehlenswert, den Stoff vor dem Färben vorzubehandeln und nach dem Färben zu fixieren. Aber keine Sorge, wenn du nicht das Fixierbad aus der Drogerie nehmen möchtest, kannst du dir dafür auch selbst eine Lösung anrühren.

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Stoff vor dem Batiken behandeln

Je nachdem mit welchen natürlichen Mitteln du färben möchtest, musst du den Stoff unterschiedlich vorbehandeln.

I. Füll zunächst einen Eimer mit so viel Wasser, dass dein Stoff vollständig bedeckt ist. Falls du mit Beerenfärbemittel arbeiten möchtest, füg 70 Gramm Salz pro Liter Wasser hinzu. Falls du mit Pflanzenfarben färben möchtest, füg einen Teil Essig auf vier Teile Wasser hinzu. Also beispielsweise 100 Milliliter Essig auf 400 Milliliter Wasser.

II. Anschließend bringst du die Mischung zum Kochen und lässt es danach auf niedriger Stufe köcheln. Nun kannst du auch den Stoff hinzufügen und ihn für 30 bis 60 Minuten einweichen lassen.

III. Danach nimmst du den Topf vom Herd und lässt ihn abkühlen. Im Anschluss daran kannst du den Stoff aus dem Topf nehmen, ihn auswringen und mit kaltem, klaren Wasser auswaschen. Sobald sich das Material trocken anfühlt, beginnt der aufregende Teil und du kannst mit dem Batiken loslegen!

Beerenfärbemittel = 70 Gramm Salz pro Liter Wasser hinzufügen

Pflanzenfarben = einen Teil Essig auf vier Teile Wasser hinzufügen

Batikfarbe mit natürlichen Zutaten herstellen

Wir unterscheiden zwischen slow- und fast-Batik. Slow-Batik nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch. Dafür wird das Ergebnis um einiges kräftiger und Farbenprächtiger. Fast-Batik hingegen ist einfacher und dauert nicht so lang. Dafür wirken die Farben teilweise verwaschener.

Slow-Batik

Wenn du ein wenig Zeit zur Verfügung hast und möglichst intensive Farben selbst herstellen willst, ist Slow-Batik genau das Richtige für dich! Die natürlichen Zutaten ziehen sehr lange im Wasser, damit der daraus entstehende Sud möglichst wirksam deinen Stoff färben kann. Du erlebst den kompletten Batik-Ablauf von vorne bis hinten.

Außerdem: Gerade in einer so schnelllebigen Welt wie heute kann es schön sein, sich mal länger mit etwas zu befassen und den Gesamtprozess eines Produkts zu genießen. Am Ende ist das Resultat dann nämlich umso belohnender und man hat viel mehr Freude daran.

Lachsrosa Farbe

Avocadoschale

Ein farbenfrohes Lachsorange kannst du mit der Schale von Avocados herstellen. Wer hätte gedacht, dass die dunkle Schale für so einen schönen Farbton sorgen kann?

  1. Fang damit an, dass du 4 Avocados auskratzt und die Schale in Streifen schneidest.
  2. Anschließend gibst du die Schale zusammen mit 4 Litern Wasser in einen Topf, lässt es aufkochen und danach für 30 Minuten lang köcheln.
  3. Nach einer halben Stunde gießt du das Wasser mithilfe eines Siebes ab und fängst den entstandenen Sud in einem Eimer auf.
  4. Nun beginnt das eigentliche Batiken. Leg den Stoff in den mit Sud gefüllten Eimer und lass das Ganze mindestens 10 Stunden, besser noch 24 Stunden lang ziehen. Achte darauf, immer mal wieder den Stoff im Sud umzurühren, damit die Farbe überall gleichmäßig einwirken kann.
  5. Wenn du zufrieden mit der Farbintensität bist, kannst du den Stoff aus dem Eimer nehmen und anschließend fixieren.

Braune Farbe

Walnussblätter

Falls du lieber gedeckte Farben magst, kannst du mithilfe von Walnussblättern deine Stoffe färben. Aus Faustregel gilt, dass man für 200 Gramm Kleidung ungefähr 500 Gramm getrocknete Blätter oder 500 Gramm grüne Walnussschale benötigt. Der Braunton kann am Ende zwischen Hellbraun und einem gesättigten Schokoladenbraun variieren.

  1. Zu Beginn zerkleinerst du die Blätter oder die Schale mittels eines Mörsers. Falls du keinen zu Hause haben solltest, kannst du alternativ auch ein Messer nehmen oder auch die Blätter einfach mit den Händen zerrupfen.
  2. Im Anschluss gibst du die zerkleinerte Masse in einen Topf und bedeckst sie mit Wasser. Hierbei gilt, dass auf 100 Gramm Trockenmaterial ungefähr 500 Milliliter Wasser kommen. Wenn du genug Wasser in den Topf gefüllt hast, lässt du die Mischung aufkochen und anschließend für 2 Stunden köcheln. Danach sollte der Sud für 24 Stunden ziehen können, denn auch hier tritt die goldene Regel in Kraft:Je länger du es ziehen lässt, desto intensiver wird dein Braunton schlussendlich werden.
  3. Am nächsten Tag kannst du die Pflanzenteile mit einer Schöpfkelle aus dem Topf entfernen oder den Sud durch ein Sieb gießen.
  4. Nach all den Vorbereitungen kommt nun endlich der Schritt des eigentlichen Färbens. Dafür legst du den Stoff in den Sud und erhitzt den Topf mitsamt Inhalt auf 70 Grad Celsius und lässt den Stoff für weitere 24 Stunden ziehen.
  5. Nachdem ein Tag vergangen ist, kann der Stoff aus dem Topf genommen, die restliche Farbe ausgespült und die Farbe entweder mit einem Fixierbad oder mit einer selbstgemachten Lösung.

Fast-Batik

Du möchtest selbst Batikfarbe herstellen, aber hast keine Zeit viel Aufwand zu betreiben? Vielleicht ist deine Vorfreude oder dein Tatendrang auch nur so groß, dass du nicht länger warten kannst? Kein Problem, denn man kann auch mit Sachen von Zuhause innerhalb von 30 Minuten seine eigene Batikfarbe herstellen! Mindestens genauso lange würde es sowieso dauern, die normalen Materialien für Batik in der Drogerie oder im Bastelgeschäft zu kaufen.

Kurkuma hat sich zum Beispiel in den letzten Jahren als It-Gewürz entpuppt! Man kann damit nicht nur super Essen würzen, sondern Kurkuma gilt dank seiner entzündungshemmenden Wirkung auch als Superfood. Doch die Wurzel kann noch viel mehr! Während die durch Kurkuma verursachten Flecken auf Arbeitsplatten oder bei Küchentüchern oft lästig sind, kommen uns exakt diese Eigenschaften beim Batiken zur Hilfe.

Mit den folgenden Zutaten kannst du Stoffe natürlich färben. Der Ablauf bleibt dabei immer gleich:

I. Zunächst erhitzt du Wasser im Topf, bis es köchelt.

II. Dann gibst du die jeweiligen Zutaten hinzu und wartest, bis das Wasser eine möglichst starke Farbe angenommen hat.

III. Danach kommt der Stoff in den Sud und zieht für ungefähr eine Stunde.

IV. Wenn du zufrieden mit dem Ergebnis bist, nimmst du den Stoff aus dem Topf und fixierst die Farbe.

Bei dieser Methode können die Farben manchmal etwas heller und eher pastellfarbener ausfallen, da der Sud nicht ganz so lange zieht wie bei unserer Slow-Batik-Methode.

Das Wunderbare ist aber, dass du die verschiedenen Zutaten nutzen kannst, um auf eine natürliche Art und Weise zu batiken und auf nichts verzichten musst. Ganz im Gegenteil, das Farbspektrum umfasst trotzdem den gesamten Regenbogen:

Zitronen-Gelb

Kamille

Koche die Kamille in dem Wasser. Je mehr Kamille du verwendest, desto stärker wird die Farbe werden.

Dunkles Gelb

Kurkuma

Wenn du mit Kurkuma deine Kleidung in einem dunklen Gelbton färben möchtest, brauchst du nur ungefähr 15 Gramm Kurkuma mit Wasser für 15 Minuten köcheln zu lassen. Danach fügst du deinen Stoff hinzu und lässt das Ganze so lange ziehen, bis der Stoff deine gewünschte Farbintensität erreicht hat. Zum Schluss nur noch fixieren, auswaschen und fertig!

Orange

Zwiebelschale

Koche die Schale der Zwiebel in dem Wasser. Je mehr Zwiebelschale du verwendest, desto stärker wird die Farbe werden.

Pink

Rotkohl

Koche den Rotkohl in dem Wasser. Je mehr Rotkohl du verwendest, desto stärker wird die Farbe werden.

Hellgrün

Spinat

Koche den Spinat in dem Wasser. Je mehr Spinat du verwendest, desto stärker wird die Farbe werden.

Blau

Indigopflanze

Koche die Indigopflanze in dem Wasser. Je mehr Indigo du verwendest, desto stärker wird die Farbe werden.

Beige

Schwarzer Tee

Koche den Tee in dem Wasser. Je mehr Tee du verwendest, desto stärker wird die Farbe werden.

Braun

Kaffee

Koche den Kaffee in dem Wasser. Je mehr Kaffee du verwendest, desto stärker wird die Farbe werden.

Farbe nach dem Batik fixieren

Mit natürlichen Mitteln zu batiken ist ein wenig zeitaufwendiger als die Farbe in der Drogerie zu kaufen. Deswegen ist es umso wichtiger, den eingefärbten Stoff anschließend zu fixieren, denn die  ganze Arbeit soll sich ja gelohnt haben. Zum Glück wird dieser letzte Schritt nicht viel deiner Zeit in Anspruch nehmen und du musst nur ein paar Zutaten zusammenrühren, die man sowieso in jedem Haushalt findet. Dadurch gewinnst du sogar in 3 Hinsichten:

  1. Du sparst Zeit, weil du nicht erst in einem Geschäft nach dem herkömmlichen Fixierbad suchen musst
  2. Du sparst Geld, weil du für die natürliche Alternative schon alles zuhause hast und nichts kaufen musst.
  3. Es ist alles komplett ohne Chemie und du weißt, was für Substanzen deine Haut berühren.

Gib 500 Milliliter Essig und 3 bis 4 Teelöffeln Salz in einen Eimer und füg so viel kaltes Wasser hinzu, dass dein Stoff damit bedeckt ist. Leg den Stoff in den Eimer und achte darauf, dass er überall von der Lösung bedeckt wird. Nach 30 bis 60 Minuten kannst du den Stoff aus dem Eimer nehmen und das Wasser auswringen.

Als letzten Schritt beim Fixieren deines Batiks kommt der erste Waschgang! Dieser Moment ist mindestens genauso aufregend wie der erste Schritt eines Babys oder das erste eigene Auto zu kaufen. Denn die alles entscheidende Frage ist: Wird die Farbe den Waschgang überstehen und immer noch leuchtend bunt sein? Hilfreich ist es, beim ersten und sogar zweiten Mal waschen 90 Gramm Salz sowie 250 Milliliter Essig zur Waschmaschine hinzuzufügen. Außerdem solltest du besonders darauf achten, mit der Kaltwassereinstellung zu waschen. Das gilt allerdings für jedes Mal waschen, damit die Farben möglichst lange leuchtend bleiben. Bevor du jedoch das Salz und den Essig hinzugibst, überprüfe, ob deine Waschmaschine dafür geeignet ist. Ansonsten lass es weg und wasche deine Batik-Kunstwerke einfach nur mit der Kaltwassereinstellung.

Tipps und Tricks zur Farberhaltung

Wie schon erwähnt solltest du darauf achten, deine gebatikten Stoffe nur mit Kaltwasser zu waschen. Damit die Farbe noch länger strahlt, kannst du außerdem Waschmittel benutzen, das zu einer längeren Leuchtkraft beitragen soll.

Falls du es aber nicht nur beim Batiken, sondern allgemein gerne sehr natürlich hältst, kannst du während des Waschgang auch 90 Gramm Natron hinzufügen. Denn Natron hilft dabei, dass die Stoffe möglichst lange ihre Farbe behalten. Hinzukommend können sie bei unangenehmen Waschmaschinengerüchen helfen.

Eine weitere Möglichkeit ist, während des Spülgangs Essig hinzuzufügen. Je nach Größe der Waschladung können das ungefähr 60 bis 120 Milliliter sein. Essig hat nämlich diverse Talente und ist fast ein kleiner Superheld! Neben dem klaren Vorteil, dass er die Leuchtkraft des Stoffs verlängern kann, sorgt er zudem dafür, dass der Stoff weich wird. Das liegt daran, dass er Mineralien und Seifenrückstände auflöst. Wer braucht da schon noch konventionelle Weichspüler, die leider aus tierischen Schlachtabfällen gemacht werden und auf Dauer nur die Waschmaschine kaputt machen? Zudem ist Essig anti-mikrobiell und somit wesentlich ungefährlicher als die Chemikalien in herkömmlichen Weichspülern.

Am Ende zeigt sich, dass sowohl schnelles als auch langsames, zeitintensiveres Batiken gar nicht so viel mehr Aufwand ist und sehr viele Vorteile hat! Besonders viel eingesetzte Mittel wie zum Beispiel Essig für das Vorbehandeln des Stoffs oder dem anschließendem Fixieren findet man sowieso in den meisten Haushalten. Insofern ist batiken mit natürlichen Zutaten eine großartige Alternative zum klassischen Batik und erweitert die gesamte Erfahrung. Es ist schon verrückt, was mit den einfachsten Haushaltsmitteln und ein paar Geschenken von Mutter Natur alles so möglich ist.

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