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Ganesha – der beliebteste Gott im Hinduismus

Ganesha – Der wichtigste Gott im Hinduismus

Warst du schon einmal in Indien? Ganesha wird dir dort an jeder Ecke begegnen: Der vierarmige Menschenkörper mit dem Kopf eines Elefanten ziert Armaturenbretter vieler Autos, steht in so mancher Zimmerecke oder schmückt die Einladungskarten jeder Hochzeit.

Der Gott mit dem Elefantenkopf gilt als der beliebteste und wichtigste im Glauben der Hindus. Doch nicht nur seine Stellung in der indischen Kultur macht ihn besonders, sondern auch seine Vielseitigkeit und seine bedeutsame Symbolik, die in jedem Detail steckt.

Ganesha hat viele Namen

Der beliebteste Gott im Hinduismus hat viele Namen und Bedeutungen. Ganesha setzt sich aus zwei Wörtern aus dem Sanskrit zusammen: „Ganah“ bedeutet so viel wie Vielheit oder Wesen und „Isha“ ist der Herr. Die Übersetzung des Wortes Ganesha lautet also „Herr aller Wesen“. Andere Namen des Gottes sind Vighneswara (Herr und Zerstörer von Hindernissen), Sidhhita (Geber von Erfolg in aller Arbeit), Ekadanta (der mit einem Stoßzahn) oder Varada (Wohltaten schenkend). Auch wenn er mit vielen Namen angerufen wird, kann zusammenfassend gesagt werden, dass er der Glücksgott des Hinduismus ist. Die Gebete richten sich an ihn, wenn schwierige Entscheidungen oder Lebenslagen bevorstehen. Dieser Hindugott gilt als Überbringer von Glück sowie Weisheit und als Zerstörer hinderlicher Wesenszüge wie Eitelkeit und Selbstsucht.

Die Geschichte des Ganesha

Wie so oft unterscheiden sich die Erzählung um die Entstehung des Gottes Ganesha. Einig sind sich die Geschichten darüber, dass die Gottheit mit dem Kopf eines Elefanten der Sohn von Shiva und Parvati ist. Eine beliebte Geschichte ist die folgende: Parvatis Wunsch einen Sohn zu bekommen war riesengroß und als sie endlich einen bekam, nannte sie ihn Ganesha und bat alle Götter, ihn zu betrachten. Ihr Bruder, Shani, schlug die Einladung zunächst aus, denn ein Fluch bewirkte, dass jedes Lebewesen, auf welches seine Augen trafen, zu Asche zerfiel. Nach langem Bitten sah er Ganesha dennoch an, woraufhin dessen Kopf sofort abfiel. Seine Mutter trauerte heftig und Brahma versprach ihr, dass der Kopf des ersten Lebewesens, das sie finden würde, Ganesha wieder lebendig werden lassen würde. Vishnu begab sich auf die Suche und fand einen Elefanten, dem er den Kopf abschlug und der Mutter Ganeshas brachte. Ganesha trug nun einen neuen Kopf auf seinen Schultern und erwachte sofort wieder zum Leben.

Eine andere Geschichte beginnt mit der Einsamkeit der Parvati. Als ihr Mann Shiva wieder einmal tagelang meditierte, formte sie sich einen eigenen Sohn aus Lehm, Sandelholz, Kurkuma und Blüten und nannte ihn Ganesha. Sie und ihr Sohn waren unzertrennlich. Ganesha bewachte stets den Eingang zu seiner Mutter und so kam es, dass Shiva wütend wurde als dieser ihn nicht zu ihr ließ. So wütend, dass Shiva Ganesha kurzerhand den Kopf abschlug. Parvati war außer sich vor Trauer und Zorn, weshalb Shiva ihr versprach, ihrem Sohn einen neuen Kopf zu bringen. Dieser neue Kopf war der eines Elefanten, der nun Ganesha gehörte. Shiva akzeptierte ihn schließlich als Sohn und befahl, dass der Name Ganesha in jedem Gebet zuerst erklingen solle.

Ganeshas Bildnis steckt voller Symbolik

Die Darstellung der Gottheit Ganesha steckt voller Details, die nur darauf warten interpretiert zu werden. Wenn du seine Abbildung siehst und länger betrachtest, wirst du viele Lebensweisheiten aus dem Hinduismus entdecken.

Neben dem Elefantenkopf stechen sofort die vier Arme des Ganesha ins Auge. Diese symbolisieren vier Eigenschaften des Menschen: Intellekt, Geist, Ego und Bewusstsein. In den Händen hält er verschiedene Gegenstände, jeder davon hat eine Bedeutung. Eine Axt versinnbildlicht die Vernichtung aller Bindungen und Wünsche, mit einem Seil rettet Ganesha den Suchenden vor den Problemen dieser Welt und zeigt ihm den Weg zum ewigen Glück. In einer anderen Hand hält er eine Süßigkeit – eine Belohnung für die spirituelle Suche und in der letzten Hand eine Lotusblüte, die das große Ziel der Erleuchtung symbolisiert. Manche Darstellungen zeigen ihn jedoch auch mit mehr als vier Armen oder mit anderen Symbolen, zum Beispiel mit einer heiligen Handstellung, die den betrachtenden Menschen segnen und schützen soll.

Die kleinen Augen des Elefantenkopfes durchdringen jeden Menschen, entdecken jedes Detail und verfügen über die innere Schau, die den göttlichen Geist in jedem erkennt.
Ganeshas Elefantenkopf ist jedoch nicht das einzige Attribut aus dem Tierreich. Auf den Abbildungen ist sein Reittier, eine Maus, zu sehen. Im Hinduismus symbolisiert die Maus Egoismus und weltliche Wünsche – Der Grund für das Leid der Menschheit. Ganesha ist Herr über sein Reittier und hat somit die Kontrolle über den Egoismus und dem Streben nach neuen Wünschen gewonnen. Statt sich vom begrenzten Körper und begrenzten Denken leiten zu lassen, nutzt Ganesha diese, um die absolute Wahrheit zu verbreiten.

Ganeshas Rolle in Gesellschaft und Kultur

Ganesha ist nicht nur ein symbolreiches Abbild einer Gottheit aus vergessenen Zeiten, sondern nimmt noch heute eine große Rolle im Leben der Hindus ein. Schulkinder vor wichtigen Prüfungen, neue Gründer eines Unternehmens oder die Teilnehmer einer Festlichkeit – Jeder von Ihnen wird vorher zum Gott der Hindernisse beten, um einen Erfolg überhaupt zu ermöglichen. Häufig anzutreffen ist Ganesha auch bei Hochzeiten, um der neuen Ehe Glück zu bringen. Wie bedeutend Ganesha ist, erkennt man auch an dem Mantra, für das er steht: OM, eine der heiligsten Silben im Sanskrit.

Jedes Jahr im August/September findet ein Fest zu Ehren der Gottheit Ganesha statt. Der Feiertag zu Ehren Ganesha heßst Ganesh Chaturthi und findet am vierten Tag des Hindu-Monats Bhadrapad statt.
Von überall kommen die Gläubigen – Im Gepäck ihre eigenen Ganesha-Figuren, die das ganze Jahr im eigenen Heim einen wichtigen Platz, zum Beispiel über dem Türbalken oder in einer Zimmerecke, einnahmen. Große Statuen aus Lehm werden mit Süßigkeiten, Bananen und Kokosnüssen beköstigt, feierliche Musik begleitet das Spektakel und am Ende des Festes kehrt Ganesha in den Ort seiner Entstehung zurück: Die Feiernden tragen die Figuren und Statuen ins Wasser und versenken sie dort.

Ganesha in deinem Zuhause

Ganesha hat es dir angetan und du möchtest den Glücksbringer in deinem Zuhause platzieren? Achte darauf, Figuren des Ganesha nicht auf den Boden zu stellen, denn diese Platzierung gilt als entehrend. Ob Figur, Wandtuch oder Anhänger, Ganesha gibt es in vielen Formen und Farben. Wähle die Farben aus, die für deinen Zweck besonders zielführend sind. Ein roter Ganesha symbolisiert beispielsweise den Aufstieg zur spirituellen Welt und hilft dir bei deiner Selbstverwirklichung, während ein weißer Ganesha dich in der Suche nach Wohlstand, Glück und Frieden unterstützt.

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