Die Weiße Tara

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Weiße Tara

Die weiße Tara ist eine von 21 Taras im tibetischen Buddhismus. Sie gilt als liebevoller Bodhisattva, als die Enthüllerin der Schönheit und wird als Mutter aller Buddhas verehrt. Als solche verkörpert sie den mütterlichen Aspekt universellen Mitgefühls. Ihre weiße Hautfarbe steht für Reinheit, Weisheit und Wahrheit.

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Wer ist die weiße Tara?

Die weiße Tara ist eine der Grundformen der Tara – eine der zentralen Buddha-Gestalten des tibetischen Buddhismus. Im tibetischen Buddhismus wird Tara als eine Göttin des Mitgefühls verehrt. Neben der weißen Tara gibt es vier weitere Grundformen: die grüne, blaue, rote und gelbe Tara.

Als Abkömmling eines Bodhisattva wird sie als tantrische Gottheit verehrt und besitzt besonders im Vajrayana-Buddhismus in Tibet, der auch als tantrischer Buddhismus bezeichnet wird, große Bedeutung.

Doch auch in Indien sind einige Tara-Tempel zu finden. Einer der bekanntesten ist der Tara Ma Mandir in Tarapith in Bengalen. Die Namen der Tara sind vielfältig – sie wird als Manifestation von Shakti, von Devi, Parvati, Sati und von Kali gesehen. Häufig wird sie auch als “Paranasabari” bezeichnet.

Ist die weiße Tara eine Göttin?

Die weiße Tara ist ein Aspekt der Tara. Auch wenn immer wieder die Begriffe Göttin Tara oder die weiße Tara Göttin benutzt werden, ist eine Tara keine Göttin, sondern ein einstmals menschliches Wesen, welches vollkommene Erleuchtung erlangte.

Die weiße Tara wird auch oft Sita Tara genannt. Sita ist das Sanskrit Wort für weiß oder rein und außerdem der Name für den Planeten Venus.

Der Legende nach handelt es sich bei der weißen Tara um die chinesische Prinzessin der Tang-Dynastie – Weng Cheng. Sie war die zweite Gemahlin des tibetischen Königs Songtsen Gampo, welcher 617 – 649 regierte.

Angeblich brachte Prinzessin Weng Cheng die große Buddha Statue nach Tibet. Noch heute wird diese im Jokhang-Kloster mitten in der Altstadt von Lhasa verehrt.

Eine weitere Legende besagt, dass die weiße und die grüne Tara gemeinsam aus den Tränen des Bodhisattva Avalokiteshvara entsprungen seien

Was symbolisiert die weiße Tara?

Die weiße Tara gehört zu den Gottheiten des langen Lebens. Als weibliches Gegenstück, in manchen Fällen auch als Frau von Avalokiteshvara betrachtet, soll sie einigen Geschichten nach den Segen und die Macht von Buddha höchst persönlich erhalten haben.

Sie steht für Gesundheit und gilt als Schutzpatronin der Heilkundigen. Zudem repräsentiert sie den mütterlichen Aspekt des universellen Mitgefühls und die erleuchteten und befreiten Handlungen aller Buddhas.

Außerdem gilt die weiße Tara als Symbol für innere und äußere Freiheit und die weibliche Buddhaschaft. Sie wird als Heilerin gesehen, deren Wesen unfassbar und jenseits von Formen und Begriffen ist.

Ihr Mitgefühl und ihr innigster Wunsch, die Menschen von ihrem Leiden zu befreien, soll selbst die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind übersteigen.

Was ist der Unterschied zwischen weißer und grüner Tara?

Während die grüne Tara bekannt ist für ihr Mitgefühl und als Helferin in der Not, wird die weiße Tara vor allem mit einem langen Leben in Verbindung gebracht und als Beschützerin, die im Falle einer Krankheit Heilung bringt.

Außer durch ihre Hautfarben unterscheiden sich die beiden Taras zusätzlich durch die verschiedenen Dartstellungen. Im Gegensatz zur grünen Tara wird die weiße Tara mit 7 Augen und beiden Beinen in der Meditationshaltung abgebildet.

Die Figur der weißen Tara

Der weißen Tara wird nachgesagt, dass ihr Körper strahlt wie das helle Mondlicht aufgrund der weißen Farbe. Sie wird als liebevoll dreinblickende Schönheit in der Vajra-Haltung (ein Zeichen einer mächtigen und unzerstörbaren Position) dargestellt, mit zwei Armen und 7 Augen. Reich mit Juwelen geschmückt sitzt sie in Seidengewänder gekleidet auf einem Lotus.

Ihre rechte Hand zeigt die Geste der höchsten Freigiebigkeit als Sinnbild für ihre Fähigkeit, alle materiellen und spirituellen Wünsche zu erfüllen. Mit der linken Hand formt sie zum einen das Mudra der Segensgewährung, der Zuflucht und des Schutzes. Außerdem hält sie zwischen Ringfinger und Daumen dieser Hand eine Utpala-Blume.

Die drei Blüten der Blume symbolisieren die Buddhas der drei Zeiten: Die mittlere Blüte ist geöffnet. Die rechte zeigt eine Frucht und die linke wird als Knospe dargestellt. Sie dienen als Zeichen für den Buddha der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft.

Ihre 7 Augen teilen sich wie folgt auf. Außer den zwei „normalen Augen“ besitzt ein drittes auf der Stirn. Hinzu kommt je ein Auge auf ihren Handtellern. Das Gleiche gilt für die Fußsohlen. Mit ihren vielen Augen ist es ihr möglich, alles Leiden dieser Welt zu sehen und darauf zu antworten.

Als beliebte Bodhisattva findet man die weiße Tara häufig als Figur abgebildet auf Thangkas oder den tibetischen Gebetsfahnen.

Das weiße Tara Mantra

Das Mantra der weißen Tara lautet in seiner Kurzform:

  •  OM TARE TUTTARE TURE SOHA

Es bedeutet:

„Om, Tara, du Retterin, du Auflösung aller Ängste, du höchst Schreckliche, die du alle Feinde erschlägst, Soha/Svāhā!“

  • Om: der Urklang
  • Tare: Göttin Tara, „Retterin“ auch „Stern“
  • Tuttare: “Sie, die alle Ängste beseitigt, (und uns von allem Leiden befreit.)“
  • Ture: die höchst Schreckliche, die schreckliche Herrin, die alle Feinde (Stolz, Verblendung, Zorn, Eifersucht, irrige Ansichten, Geiz, Begierde, Zweifel, Unwissenheit) erschlägt.
  • Soha (tibetisch) oder Svāhā (indisch): Preis! Heil! Ehre! „Mögen all die lebensspendenden Eigenschaften Taras, die in dem Mantra enthalten sind, in unserem Herzen Wurzeln fassen.“

Das Mantra der weißen Tara soll 108-mal wiederholt werden.
Laut dem buddhistischen Glauben reicht allein das hingebungsvolle regelmäßige Rezitieren des Mantras der weißen Tara mit innerer Motivation und dem Streben nach Erleuchtung aus, um alle Hindernisse zu beseitigen.

Die weiße Tara Meditation

Die weiße Tara Meditation lädt dazu ein, innezuhalten und zur Ruhe zu kommen. Es geht darum, die eigene Mitte zu finden und Urvertrauen zu erfahren. Laut dem tibetischen Buddhismus werden alle diese Dinge durch die Praxis der weißen Tara gefördert.

Bei der Praxis der weißen Tara handelt es sich um eine Meditationsform mit Visualisierung. Sie ist ein über tausende von Jahren überlieferter Bestandteil des tibetischen Buddhismus: Mit ihr werden das Herz und der Zugang zur eigenen inneren Weisheit geöffnet. Die Praxis der weißen Tara bietet die Möglichkeit, sich mit dem Gefühl von Ganzheit vertraut zu machen und dieses in den Alltag zu integrieren.

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