Karma – Was ist das eigentlich?

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Karma – Was ist das eigentlich?

Das Wort Karma kommt aus der altindischen Sprache Sanskrit und bedeutet “Tat” bzw. “Wirkung”. Karma ist ein spirituelles Konzept von Ursache und Wirkung. Das bedeutet, dass jede physische aber auch geistige Handlung eine Folge mit sich zieht. Dabei muss diese Folge nicht zwingend in diesem Leben eintreten, sondern kann sich auch erst in einem zukünftigen Leben manifestieren. Karma ist eng mit dem Konzept der Wiedergeburt verbunden.

Die Lehre des Karmas findet im Hinduismus, Buddhismus und Jainismus Anwendung. Karma bezeichnet eine universelle Gesetzmäßigkeit, die jedoch nicht durch einen Gott als Richter beurteilt wird, es geht nicht um eine Strafe.

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Karma im Hinduismus

Im Hinduismus ist Karma sehr eng mit Samsara, also dem Kreislauf der Wiedergeburt verbunden. Es bildet die Basis des Hinduismus. Ziel des Lebens ist demnach, den ewigen Kreislauf der Wiedergeburten zu durchbrechen und im Nirwana anzukommen. Solange ein Mensch Wünsche und Begierden hat, die das Denken und Handeln automatisch beeinflussen, bildet sich Karma. Das kann “gutes”, aber auch “schlechtes” Karma sein. Ins Nirwana gelangt, wer ein Leben frei von Begierde führt und so nicht an das weltliche, irdische Dasein gebunden ist. Um ins Nirwana zu gelangen, muss der Mensch frei von Karma sein.

Eng verbunden mit dem Karma ist im Hinduismus das Dharma, von dessen Verwirklichung das Karma abhängt/ dessen Verwirklichung ein Grundstein des Karmas ist. Dharma kann man auch als Richtlinien oder ethische und religiöse Pflichten bezeichnen. Es beeinflusst das Leben eines Hindus weitreichend. So bestimmt es nicht nur persönliche Gewohnheiten und soziale und familiäre Beziehungen sondern auch religiöse Feste und Rituale. Es gibt dabei keine allgemein gültigen Regeln. Der Hinduismus begreift jedes Lebewesen als Individuum. Das heißt, dass ein Mensch andere Pflichten und Aufgaben als ein Baum oder ein Elefant hat. Dharma ist außerdem auch von Alter, Geschlecht, Lebensstadium, Kaste und sozialem Status abhängig.

Es gibt zudem auch noch Sadharana Dharmas, die mit allgemeingültigen Tugenden gleichzusetzen sind. Dazu gehören unter anderem:

  • Wahrhaftigkeit (satyam)
  • Gewaltlosigkeit (ahimsa)
  • Zornlosigkeit (akrodha)
  • Freigiebigkeit (danam)
  • rituelle, geistige und körperliche Reinheit (saucam)
  • Selbstkontrolle (dama)
  • Mitgefühl (daya)
  • Gastfreundschaft (atithi)

Die Erfüllung des Dharma ist ausschlaggebend dafür, ob eine Handlung “gutes” oder “schlechtes” Karma bewirkt. Die individuellen Pflichten einer Gesellschaftsschicht stehen dabei über den Sadharana Dharmas. Das bedeutet, dass auch wenn Gewaltlosigkeit angestrebt wird, es trotzdem die Aufgabe eines Kriegers (Kaste) ist, im Falle eines Krieges zu töten. Das Töten in diesem Fall bringt nicht zwangsläufig “schlechtes” Karma mit sich, da er damit sein Dharma erfüllt. Wenn allerdings dieselbe Person aus anderen Gründen tötet, hat das “schlechtes” Karma zur Folge.

Im Hinduismus herrscht der Glaube, dass nach dem Tod die Seele den sterblichen Körper verlässt. Sie wird dann in einem neuen Körper wiedergeboren. Welcher Körper das ist, richtet sich nach dem Karma. Bei schlechtem Karma ist die Wiedergeburt in einem Tierkörper möglich. Durch religiöse Verdienste (punya), wie zum Beispiel religiöses Fasten und Riten oder Tempelbauten, kann Karma abgebaut werden. Jeder Mensch ist für das eigene Karma verantwortlich, mit dem Ziel, den Kreislauf der Wiedergeburt zu durchbrechen. Dies geschieht, wenn der Mensch kein Karma mehr hat.

Karma im Buddhismus

Im Buddhismus wird zwischen 3 Handlungen oder auch 3 verschiedenen Arten von Karma unterschieden:

  1. Handlung des Körpers
  2. Handlung der Rede
  3. Handlung des Geistes

Auch im Buddhismus haben Taten eine Wirkung. Diese prägen eine Person und sind die Grundlage für zukünftiges Handeln. Genau wie im Hinduismus ist die Lehre vom Karma eng mit dem Kreislauf der Wiedergeburt verbunden. Im Buddhismus können Handlungen gutes, schlechtes oder neutrales Karma zur Folge haben. Entscheidend ist dabei nicht zwingend die Handlung selbst, sondern die Motivation für die Tat. So können also auch vermeintlich gute Taten zu einem schlechten Karma führen, wenn sie aus einer negativen Motivation heraus vollbracht wurden. Dementsprechend ist die Handlung des Denkens den anderen beiden Handlungsformen übergeordnet. Das bedeutet auch, dass eine Handlung ohne oder mit wenig Hintergedanken kein oder wenig Karma erzeugt. Trotzdem hat auch eine absichtslose aber leiderzeugende Tat schlechtes Karma zur Folge. Getreu dem Motto: “Unwissenheit schützt vor Strafe nicht”.

Karma wird im Buddhismus nach der Auswirkung der Handlungen unterschieden:

  • Wiedergeburterzeugendes Karma, dieses beeinflusst das zukünftige Leben und die Art der Wiedergeburt.
  • Unterstützendes Karma, welches kein Karma erzeugt, sondern ein bestehendes Karma aufrecht erhält.
  • Unterdrückendes Karma, dieses unterdrückt die Auswirkungen des Karmas.
  • Zerstörendes Karma, welches andere Karmawirkungen übertrifft und dann allein zur Wirkung kommt.

Gutes Karma hat positive Auswirkungen auf das aktuelle oder die nächsten Leben. Schlechtes Karma hingegen hat vor allem negativen Einfluss auf das nächste Leben, durch zum Beispiel die Wiedergeburt in einer niederen Kaste oder als Tier.

Um den Kreislauf der Wiedergeburt zu durchbrechen und ins Nirwana zu gelangen, muss der Mensch sein Karma neutralisieren. Dieses kann durch die Einsicht in die Leerheit geschehen. Dazu gibt es 6 Paramitas, also bestimmte Handlungen, die dies begünstigen:

  • Großzügigkeit
  • sinnvolles Verhalten
  • Geduld
  • freudige Anstrengung
  • Meditation
  • Weisheit

Die Einsicht in die Leerheit ist eng mit dem Loslassen des weltlichen, irdischen Daseins verbunden. Dazu gehört auch die Einsicht, dass alles vergänglich ist. So gibt es zum Beispiel ein buddhistisches Ritual, bei welchem vier Mönche ein mehrere Meter großes Mandala aus Sand gestalten. Dieses wird bald nach der Fertigstellung zeremoniell zerstört, um zu symbolisieren, dass übermäßiges Festhalten an weltlichen oder materiellen Dingen zu Leid führen kann. Hier kann ein klarer Zusammenhang zum Karma hergestellt werden. Denn auch hier ist es das Ziel, das Weltliche in seiner Vergänglichkeit hinter sich zu lassen und die Gesetze des Universums, dass alles entsteht und wieder vergeht, zu akzeptieren. Alle Handlungen sollen im Idealfall ohne Rücksicht auf weltliche Güter stattfinden.

Die 12 Gesetze des Karmas

Die 12 Regeln des Karmas stehen für einen aufmerksamen und bedachten Lebensstil. Es handelt es sich um Richtlinien, die einen Leitfaden für Moral darstellen und das Konzept von Karma vermitteln. Es gibt dabei keine Bestrafungen.

  1. Gesetz der Ursache und Wirkung: Handlungen und Gedanken bringen Konsequenzen mit sich.
  2. Gesetz der Schöpfung: Man ist für Veränderungen im eigenen Leben selbst zuständig.
  3. Gesetz der Bescheidenheit: Dinge können nur verändert werden, wenn man sie akzeptiert. Eigene Schwächen müssen erst angenommen und dann verändert werden.
  4. Gesetz des Wachstums: Um sein Umfeld zu ändern, muss man sich zuerst selbst ändern.
  5. Gesetz der Verantwortung: Jede Person sollte Verantwortung für seine guten und schlechten Handlungen übernehmen.
  6. Gesetz der Verbindung: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind eng miteinander verbunden.
  7. Gesetz des Fokus: Man sollte sich auf seine Aufgaben konzentrieren, um sie bestmöglich zu erfüllen.
  8. Gesetz des Gebens: Denken und Verhalten sollten zueinander passen. Der Glaube an Gastfreundschaft reicht nicht, sie sollte auch gelebt werden.
  9. Gesetz des Hier und Jetzt: Um in der Gegenwart präsent zu sein, sollte man nicht zu sehr an die Vergangenheit denken.
  10. Gesetz der Veränderung: Damit die Zukunft nicht der Vergangenheit gleicht, muss man aus seinen Fehlern lernen.
  11. Gesetz der Geduld und Belohnung: Um belohnt zu werden, muss man dauerhaft daran arbeiten und Geduld haben.

Gesetz der Bedeutung und Inspiration: Der Schlüssel zu einem glücklichen Leben liegt in der Liebe und Energie, die man hineinsteckt. Umso größer der Beitrag einer Person ist, umso größer ist auch ihr Einfluss.

Der Gedanke von Karma in der westlichen Welt

“Karma regelt das schon” – Den Spruch hat vermutlich jeder schon mal gehört oder sogar benutzt/ – Ein Spruch, der einem in der westlichen Welt öfter mal zu Ohren kommt. Aber so einfach ist es natürlich nicht. Denn oft meint dieser Satz, dass Karma schlechtes Verhalten bestrafen wird. Dabei wird davon ausgegangen, das Karma als eine Art Richter fungiert. Außerdem auch, dass Karma direkt “zurückschlägt”. Traditionelles Karma hat allerdings Auswirkungen auf die zukünftigen Leben. In der westlichen Welt wird Karma oft nicht in den Zusammenhang mit Wiedergeburt gesetzt.

Auch in der virtuellen Welt liest man immer wieder von Karma. Leider wird nur selten richtig erklärt, woher der Begriff kommt und was genau er bedeutet. Oft wird nur angedeutet, dass Taten eine direkte Auswirkung auf das jetzige Leben haben. Der Mensch ist also für alles, was ihm widerfährt, selbst verantwortlich. Im Internet liest man auch immer häufiger den Begriff “Instant Karma”. Das bedeutet, dass man für schlechte Handlungen, sofort bestraft wird. Auch hier wird klar, dass Karma, wenn es von Religion losgelöst ist, oft als eine Art Bestrafung gesehen wird.

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