Om Mani Padme Hum – Gebet des Mitgefühls

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Om Mani Padme Hum – das Mantra des Mitgefühls

Das Mantra „OM MANI PADME HUM“ gilt als eines der kraftvollsten Mantras überhaupt und als eines der bekanntesten Gebets-Gesänge auf der ganzen Welt. Das buddhistische Mantra stammt aus dem Sanskrit und wird häufig als das „Mantra der sechs Silben“ bezeichnet. 

Mantras→ gelten als heilige Verse, die sowohl den Rezitierenden als auch den Hörenden mit Inspiration, Kraft und Trost erfüllen sollen. Ihnen wird nachgesagt, dass sie nicht nur den Geist von negativen Gedanken, sondern auch den Körper von schädlichen Emotionen befreien, das Bewusstsein erweitern und die sieben Chakren→ – die Energiezentren unseres Körpers – aktivieren. Dabei geht es weniger um die sprachliche Bedeutung der Silben und Worte, sondern um deren energetische Wirkung.

Ein Mantra kann aus nur einer Silbe, einem einzelnen Wort oder einer Wortgruppe bestehen. Dabei handelt es sich um sogenannte heilige Worte oder Silben aus der altindischen Sprache – dem Sanskrit. Das Wort „Mantra“ bedeutet übersetzt so viel wie „Schutz für den Geist“.

Das einfachste Mantra ist das Om-Mantra→. Es entspricht angeblich dem Urklang der Schöpfung bzw. des Universums – steht für die reinste Form von Energie und soll durch dauerhafte Anwendung zu spiritueller Erkenntnis führen.

Eine Mantra-Meditation führt zu Vibrationen, die den gesamten Körper durchdringen und den Geist beruhigen kann. Auch heute noch wird Om Mani Padme Hum regelmäßig von tibetischen Mönchen rezitiert.

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Sechs heilige Silben: Om Mani Padme Hum

Das „sechs Silben Mantra“ gilt als das älteste Mantra des tibetischen Buddhismus. Bereits im 5. Jahrhundert soll es durch das Karandavyuha-Sutra nach Tibet gelangt sein. Im tibetischen Gebetsverfahren klingt es etwas anders als im buddhistischen Sanskrit: „Om Mani Padme Hung“, sodass man sowohl auf die eine als auch auf die andere Version treffen kann.

Vielfach wird es einfach als „Weltfrieden-Mantra“ bezeichnet, abgeleitet von seiner eigentlichen Bedeutung als „Mantra für Mitgefühl und Heilung“.

Om Mani Padme Hum – die Bedeutung

Die Bedeutung des Mantras ergibt sich aus den einzelnen Worten bzw. Silben. Es zu übersetzen ist gar nicht so einfach, da jede dieser Silben von einer tiefen Bedeutung geprägt ist.

In einigen Schriften heißt es, dass die sechs Silben des Mantras auf sechs Geisteshaltungen beziehen, von denen man sich auf dem Weg zu Erleuchtung befreien muss:

Om                 Ignoranz

Ma                  Eifersucht

Ni                    Arroganz

Pad                 unstillbares Verlangen

Me                  Furcht und Trägheit

Hum               Hass

Zuweilen wird behauptet, dass in den Silben dieses Mantras die berühmten 84.000 Lehrreden des Buddhas enthalten wären.

Übersetzt wird das Mantra allerdings etwas anders:

Om (Aum)      steht für Gott, das reine SEIN bzw. den Ursprung und ist gilt als die heiligste Silbe bzw. der reine heilige Ton, das ursprüngliche Wort, das alles in sich trägt. Sie befindet sich oft am Anfang von Mantras. Häufig wird die Silbe als tiefes Brummen rezitiert.

Mani               wird als Juwel, Schatz oder Kostbarkeit übersetzt.

Padma            ist die Lotusblüte→, welche die Weisheit symbolisiert.

Hum               dient hier als nochmalige Bestätigung bzw. Bekräftigung der gesamten Aussage. Es geht dabei wie bereits erwähnt, nicht um das Wort, sondern um dessen energetische Wirkung. Hum kann allerdings auch mit Weisheit übersetzt werden. Die Silbe bedeutet auch: „Das, etwas untrennbar ist.“

Das Mantra würde man wie folgt ins Deutsche übersetzen:

„Om, das Juwel im Lotus“.

Es gibt allerdings auch eine alternative Übersetzung, hergeleitet aus den grammatikalischen Formen der einzelnen Worte: „Om im Juwelen-Lotus“

Bezüglich der korrekten Aussprache wird man auf YouTube fündig. Dort sind unzählige Videos von Rezitationen des Mantras „Om Mani Padme Hum“ zu finden.

Die originalen Schreibweisen sehen folgendermaßen aus:

Sanskrit

Tibetisch

 

       मणिपद्मे हूँ

 

       ཨོཾ་མ་ཎི་པ་དྨེ་ཧཱུྃ

 

Selbst das Internationale Phonetische Alphabet IPA hat eine Schreibweise für das Mantra: õːː mɐɳɪpɐdmeː ɦũː.

Das IPA ist ein spezielles Alphabet, mit dessen Hilfe die Laute aller menschlichen Sprachen „übersetzt“ bzw. genau beschrieben werden können.

Die Wirkung von Om Mani Padme Hum

Laut den Überlieferungen fördert das Mantra die Weiterentwicklung und Erkenntnis eines Menschen auf dessen Weg zur Erleuchtung. Das Rezitieren des Mantras unterstützt dabei mithilfe der Lehre Buddhas unsere wahre innere Natur zu entdecken. So zumindest sehen es die Buddhisten.

In uns selbst führt das Mantra zu Liebe und Mitgefühl, und zwar nicht nur für alle anderen Lebewesen, sondern auch für das eigene Sein. Im Buddhismus ist die Haltung des Mitgefühls – Avalokiteshvara – die letzte Stufe auf dem Weg zur Erleuchtung.

Das Mantra ermächtigt den Rezitierenden, sich selbst und andere anzunehmen und den Schmerz, der wissentlich oder unwissentlich verursacht wurde, zu vergeben. Es verstärkt nicht nur das Mitgefühl, sondern sorgt für Kraft und Klarheit und kann überall eingesetzt werden.

Wie viele andere Mantras wird auch dieses während der Meditation, vor oder nach einer Yoga-Stunde, aber auch in anderen Situationen der Stille und Achtsamkeit gerne rezitiert. Eine bestimmte Körperhaltung ist dafür nicht notwendig.

Genau wie bei anderen Meditationsformen wird auch bei der Mantra-Mediation die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Objekt gelenkt. In diesem Fall auf die Worte und Silben.

Welchem heiligen Wesen wird dieses Mantra zugesprochen?

Im Buddhismus gibt es viele heilige Wesen – die sogenannten Bodhisattvas – denen unterschiedliche Eigenschaften und somit auch verschiedene Mantras gewidmet sind.

Eines der bekanntesten transzendenten Bodhisattvas ist Avalokiteshvara – ihm ist das Om Mani Padme Hum Mantra gewidmet, denn er gilt als derjenige, der alles Mitgefühls und Verständnis in sich vereint. In Tibet kennt man ihn als „Chenrezig“ – den Buddha des Mitgefühls.

Om Mani Padme Hum im Alltag

Dass das Mantra des Mitgefühls ein sehr wichtiges ist, wird dadurch deutlich, dass selbst der Dalai Lama in einem buddhistischen Zentrum in New Jersey, das Mantra erwähnte, dessen Bedeutung erklärte und äußerte: „Es ist sehr gut, das Mantra Om Mani Padme Hum zu rezitieren.“

Sowohl im Yoga als auch in Meditationssitzungen wird das Mantra gerne und häufig verwendet. Wie bereits erwähnt, kann es einem auch in Therapie- und Wellnesszentren begegnen. 

Selbst wenn man alle Heiligkeit und Spiritualität vernachlässigt, funktioniert ein Mantra, denn wo ein guter Gedanke ist, kann gleichzeitig kein schlechter stattfinden.

Um sich in Meditation zu üben, ist ein Mantra eine super Sache. Es eignet sich bestens dazu, die Aufmerksamkeit zu fokussieren und den Geist bzw. das sogenannte Gedanken-Karussell zu beruhigen. Diese Art von Gedankenstopp findet übrigens auch in der Verhaltenstherapie Anwendung.

Im Autogenen Training nutzt man zwar kein Mantra – bedient sich aber dennoch bestimmter Formeln, um sich zu entspannen. Die Wirkung dieser Therapie ist seit Langem anerkannt und wird von den Krankenkassen bezahlt. Im Grunde funktioniert ein Mantra ähnlich.

Und auch im Leistungssport nutzt man Sport-Mantras, die weit mehr sind als positive Affirmationen, weil sie viel „tiefer“ reichen und als sogenannte Selbstsuggestion ungenutzte Energiepotenziale mobilisieren.

In vielen Yoga-Studios, Meditations-Zentren oder Praxisräumen finden sich z.B. Gebetsfahnen mit Mantren→ oder passendes Räucherwerk→, welches bestimmten Heiligen oder Mantren gewidmet ist.

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