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Mantra – Bedeutung und Wirkung

Rubrik: Mantren

Lesedauer: 09 min 09 sek

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Was ist ein Mantra? Karmandala Blog

Wie kraftvoll und magisch Worte sein können, hat jeder von uns schon am eigenen Leib erfahren. Unsere Sprache nutzen wir ganz intuitiv und unbewusst, so wie wir es von klein auf lernen. Wer sich der Macht der Worte bewusst ist und diese achtsam einzusetzen weiß, kann mit ihnen wunderbare Wirkungen auf sein Wohlbefinden erzielen. Ein Mantra aufsagen kann uns dabei helfen, unsere Stimmung zu verbessern und die kleinen und großen Hürden des Alltags etwas leichter zu überwinden. In diesem Artikel erfährst du alles, was du über die Bedeutung, Geschichte und Wirkung von Mantren wissen musst.


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Was ist ein Mantra?

Unter dem Begriff Mantra versteht man eine heilige Silbe, ein Lied, einen Vers oder auch einen Spruch, der eine besondere Wirkung auf den Menschen oder andere Lebewesen hat. Das Mantra als wichtiges Kraftinstrument ist bekannt aus der spirituellen Welt, verschiedenen Religionen und findet sogar abgewandelt Anwendung in wissenschaftlichen Methoden der Psychotherapie. Mantren unterstützen Heilung, innere Ruhe und helfen uns dabei, Kraft zu schöpfen.

Das einfachste Mantra ist das Om-Mantra→. Es entspricht angeblich dem Urklang der Schöpfung bzw. des Universums – steht für die reinste Form von Energie und soll durch dauerhafte Anwendung zu spiritueller Erkenntnis führen.

Eine Mantra-Meditation führt zu Vibrationen, die den gesamten Körper durchdringen und den Geist beruhigen kann. Auch heute noch wird Om Mani Padme Hum regelmäßig von tibetischen Mönchen rezitiert.

Ursprünglich stammt das Wort „Mantra“ aus dem Sanskrit, der alten indischen Sprache, und heißt übersetzt so viel wie Spruch, Hymne oder Lied. In dieser Sprache sind die Heiligen Gesetze vom Hinduismus niedergeschrieben. Ein Mantra hat eine Verbindung zur Klangschwingung der vedischen Texte, einer alten hinduistischen Schriftsammlung. Betrachtet man das Wort in seinen einzelnen Bestandteilen, findet man die beiden Silben „Manas – Geist“ sowie „Tram – Schutz“. Ein Mantra ist also etwas, das sich wie ein Schutzschild um unseren Geist legt und ihn widerstandsfähig und stark macht. Ein kraftspendendes Bild, oder? 

Auch wenn Mantren in vielen Religionsrichtungen einen festen Bestandteil bilden, sind sie deutlich älter als diese. Bereits vor über 10.000 Jahren nutzten Schamanen und andere Völker den Klang der Silben aus, um sich in höhere Geisteszustände zu versetzen und ihre traditionellen Rituale zu unterstützen. Nicht nur im Schamanismus werden Mantren von verschiedenen Völkern gemeinsam mit Trommeln oder anderen Instrumenten gesungen, denn die richtigen Klänge können den Zauber der Worte noch weiter verstärken.

Die spirituelle Bedeutung von Mantras

Viele Menschen nutzen ein Mantra, ohne es zu wissen. Es sind Sätze, die wir uns selbst gegenüber täglich wiederholen. Nutzen wir die Glaubenssätze unbewusst, bleibt uns manchmal auch die Wirkung verborgen. Dies kann man durch Achtsamkeit im Umgang mit den Worten und sich selbst verändern und so den eigenen Geist positiv beeinflussen. Beim Yoga oder bei der Meditation kann ein Mantra beruhigend wirken oder dem Setzen eines inneren Fokus helfen. 

Wir wissen, wie hilfreich es in stressigen Situationen sein kann, wenn die richtige Person uns liebe Worte sagt, um uns zu unterstützen oder aus einer Aufregung herauszuholen. Doch auch wir selbst können uns Trost und Heilung spenden. Mithilfe von Mantren, welche wir selbst uns entweder leise im Geist oder auch energisch mit lauter Stimme aufsagen, können wir großes bewirken und uns Unterstützung, Ruhe und Kraft spenden. Ganz ohne fremde Hilfe.

Ein Mantra kann den Geist reinigen, sodass unbewusste Glaubensmuster durch positive Gedanken überschrieben werden. Wer die manchmal eigens erschaffenen Mauern in seinem Inneren durchbrechen möchte, kann sich ein passendes Mantra heraussuchen und mit ihm meditieren oder es beim Tanzen oder beim Trommelspielen laut singen. Die tiefsinnigen Klangerlebnisse, die durch das Singen von Mantren entstehen, können uns Liebe, Gelassenheit und Verbundenheit mit uns selbst schenken. Außerdem können sie unsere ureigenen Selbstheilungskräfte entfachen, bestimmte Emotionen auslösen sowie die Öffnung von Geist und Herzen fördern.

Wann wird ein Mantra verwendet?

Dadurch, dass ein Mantra den Körper, den Geist sowie die Seele beeinflussen kann, wird es vor allem dann eingesetzt, wenn Menschen ihr Wohlbefinden stärken möchten. Fehlt der Fokus, wirken sich bestimmte heilige Silben so aus, dass Menschen wieder eine klare Konzentration auf etwas finden können. 

Ein Mantra kann in unterschiedlichen Ritualen genutzt werden. 

Zu den wohl bekanntesten gehören die Folgenden:

  • Yoga
  • Meditation
  • Schamanisches Singen mit Trommeln
  • Beim Malen von Mandala→ oder anderen spirituellen Praktiken

Doch auch im Alltag können Mantren gesungen werden – egal, ob beim Kochen, unter der Dusche oder im Auto. Ein Mantra hat immer einen Effekt auf dein Wohlbefinden und du kannst es einsetzen, wann immer es dir gut tut.

Wie verwende ich ein Mantra?

Ein Mantra kann sowohl laut ausgesprochen als auch leise vor sich hingesagt oder im Chant (religiöser Sprechgesang) rezitiert werden. Durch die fortlaufenden Wiederholungen in einem gleichförmigen Rhythmus kommt es zu Klang-Schwingungen. Diese wirken sich nicht nur auf den Anwender des Mantras, sondern auf das gesamte Energiefeld der Umgebung aus.

Zur Unterstützung der Mantra-Meditation eignen sich die Videoaufnahmen auf YouTube. Die regelmäßige Anwendung eines Mantras soll:

  • Mitgefühl stärken
  • Vergebung bringen
  • den Geist von negativen Mustern befreien
  • den Weg zur Erleuchtung ebnen

Das Chanten – das Singen der Mantras – ist eine uralte und sowohl bei den buddhistischen als auch den tibetischen Mönchen beliebte Methode, um die Schwingungen der Mantras zu verstärken. Heutzutage findet es sogar bei Therapie- und Wellnessübungen oft in Verbindung mit Instrumenten Anwendung.

Wie oft muss ich ein Mantra wiederholen?

Im Yoga wird gerne davon gesprochen, ein Mantra mindestens 108-mal zu wiederholen, um seine Wirkung zu verstärken. Die Zahl 108 ist eine sehr mystische Zahl, die nicht nur in der Mathematik, sondern auch in der Astronomie eine große Bedeutung hat.

Seit Tausenden von Jahren wird die 108 vor allem im asiatischen Raum, im Buddhismus, Hinduismus, Sikhismus und Jainismus in zahlreichen Schriften gehuldigt und als heilig verehrt. Sie findet sich in unzähligen spirituellen Praktiken wieder und ist auch in architektonischen Werken vielfach erwähnt.

Im Yoga und Hinduismus steht die Zahl 108 für die Einheit allen Lebens. In der Lehre der Non-Dualität – der Advaita Vedanta – wird diese als „Einheit Brahmans“ bezeichnet und als allumfassend, in allem vorkommend, als zeitlos und unendlich sowie als Alles und Nichts gesehen.

Und so wundert es nicht, dass:

  • Stupas und Tempel 108-mal umrundet werden
  • die buddhistische Gebetskette Juzu aus 108 Perlen besteht
  • im Zen Buddhismus am Neujahrstag die Glocke im Tempel 108-mal geschlagen wird
  • viele buddhistische Tempel 108 Stufen haben, welche den Weg zur Erleuchtung symbolisieren

Viele kennen die Zahl 108 auch als:

1 = Gott

0 = Leere oder Leerheit

8 = Unendlichkeit

Allerdings sind die 108 Wiederholungen beim Aufsagen eines Mantras nicht Gesetz. Generell heißt es: Es ist gut, ein Mantra so oft wie möglich zu wiederholen. Erst nach einer Weile werden die Schwingungen spürbar – man schwingt sich sozusagen auf das Mantra ein. Je länger die Schwingungen wirken, desto besser.

Welche Mantren sind die beliebtesten?

Das einfachste und zugleich kraftvollste Mantra ist das Om-Mantra. Doch es gibt noch viel mehr. Zum Beispiel:

  • OM NAMAH SHIVAYA

Es bedeutet in etwa „Ich verbeuge mich vor Shiva→“. Es stärkt das Selbstvertrauen und Mitgefühl und soll jeden Menschen an seine eigene Göttlichkeit erinnern. Gewidmet ist es Shiva – einem der Hauptgötter im Hinduismus und einer der Götter der hinduistischen Trinität.

Es gibt über 70.000 Mantren, die sich seit Jahrtausenden in verschiedenen alten und modernen Schriften angesammelt haben. Durch die riesengroße Auswahl der verschiedenen Mantren findet jeder Mensch das Richtige für sich. Nachfolgend listen wir einen kleinen Überblick über die traditionell bedeutendsten von ihnen auf. Es gibt die sogenannten Moksha-Mantren sowie die Siddhi-Mantren. 

Unter einem Moksha-Mantra versteht man ein Mantra, das zur Erleuchtung, Selbstverwirklichung, Gottverwirklichung und Befreiung führen kann. Zudem können sie auch zur Einweihung genutzt werden. Die bekanntesten Mantren, die zu dieser Gruppe gehören, sind: 

Dazu gehören noch viele weitere, insgesamt sind es 18 Moksha-Mantren, die ein wertvoller Bestandteil von Meditationen sein können. 

In spirituellen Kreisen wird dem bekannten Mantra Om eine sehr besondere Kraft zugeschrieben. Es gehört zu den Moksha-Mantren. Der Klang von Om verbindet dabei das Sichtbare mit dem Unsichtbaren. Om vereint alles in sich, das Äußere sowie das Innere, das Getrenntsein und die Verbindung. 

Wer Om singt, der setzt eine Vibration im gesamten Körper frei. Zudem verbindet sich der Mensch damit mit dem göttlichen Sein. Es klärt den Raum im Innen und Außen, d.h. das Mantra kann zur Reinigung von vielen verschiedenen Dingen genutzt werden. 

Auch die Siddhi-Mantren erzeugen eine besondere Kraft. Das Wort Siddhi steht für Erfolg und Vollkommenheit. Beim Singen dieser Mantren wird angestrebt, dass der richtige Klang sowie die korrekte Vibration erreicht wird, um die Schwingungen perfekt auf Körper und Seele zu übertragen.

Wie finde ich das richtige Mantra für mich?

Es gibt abertausende Mantren. Für jede Form von Energie, die ein Mensch gerade benötigt, gibt es bereits viele passende, aus denen gewählt werden kann. Doch das wichtigste ist, ein Mantra zu finden, dass zu den eigenen Schwingungen, Empfindungen und Emotionen passt. Jeder Mensch liest und deutet die einzelnen Wörter ganz individuell und assoziiert Unterschiedliches damit. Die Worte, in die du deinen Geist hüllen möchtest, sollten sich für dich wohltuend und kraftvoll anfühlen und die richtige Bedeutung für dich tragen. 

Du darfst ein Mantra auswählen, das schon lange existiert, aber auch selbst kreativ werden und genau das Mantra erschaffen, das du für dich nutzen möchtest und welches genau auf dich zugeschnitten ist. Du kannst jeden Tag ein neues Mantra nutzen oder über lange Zeit immer dasselbe verwenden. Es können einfache Wörter, längere Sätze oder sogar frei erfundene Laute und Silben sein, wenn diese dich Kraft und Liebe spüren lassen. Wenn du das richtige Mantra gefunden hast, wirst du spüren, welch eine starke Wirkung es auf dich hat.

Vielleicht findest du beim Ausprobieren ein Mantra, das dich danach ein Leben lang begleiten wird. 

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Eine Idee zu “Om – Bedeutung und Geschichte

  1. Shivani sagt:

    Danke für die schöne Übersicht über das wichtige Mantra. Om. Mein Guruji sagt auch, dass es – regelmäßig täglich rezitiert – zur Erleuchtung führt.

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