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Holi Festival

Das hinduistische Holi Festival – vielen auch bekannt als indisches Farbenfest ist eines der farbenfrohsten und beliebtesten Feste des hinduistischen Glaubens in Indien. Bunt, nass und laut – so könnte man es zusammenfassen. Mit dem Holi Fest wird zum einen der Sieg über die Dämonin Holika gefeiert und zum anderen Sri Krishna geehrt. Mittlerweile wird es aufgrund seiner friedvollen Ausgelassenheit und Farbenfreude auch in Europa als sogenannte Holi-Party veranstaltet.

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Was bedeutet Holi?

Angeblich verdankt das hinduistische Frühlingsfest Holi (holi = abgeleitet aus dem Hindi) der Dämonin Holika seinen Namen. Der Grund dafür ist folgende Legende:
Ein Dämonenkönig, der von allen allein verehrt werden wollte, war zornig auf seinen Sohn Prahlad, weil dieser Narayana (ein anderer Name für Vishnu) anbetete. Weil es ihm nicht gelang, seinen Sohn zu töten, übertrug der Dämonenkönig diese Aufgabe seiner Schwester Holika. Diese umgab ein Segen, sodass sie nicht verbrennen konnte. Sie setzte sich mit dem Königssohn in ein Feuer, um diesen zu töten. Doch stattdessen verbrannte sie, weil der Segen Holika nur schützte, wenn sie allein war. Der Sohn des Dämons, welcher die ganze Zeit über den Namen Vishnus „Narayana“ zitierte, überlebte. Aufgrund seiner göttlichen Hingabe bewahrte Vishnu ihn vor den Flammen.
Aus diesem Grund wird Holi als Fest des Guten über das Böse und als Triumphzug der göttlichen Verehrung gefeiert.
Es gibt eine zweite Legende zu Holika. In dieser war Holika – auch Putana genannt – eine vor langer Zeit in Indien lebende Kannibalin, die vorzugsweise Kinder verschlang. Sie wurde von Krishna getötet, der dadurch alle Kinder Indiens rettete.
Das Besondere am Holi Fest ist: es wird von allen Indern gemeinsam gefeiert, unabhängig davon, welcher Kaste sie angehören. Auch werden während der Feiertage alte Streitigkeiten beigelegt und oftmals neue Freundschaften geschlossen.
Das hinduistische Frühlingsfest ist vor allem in Nepal und Nordindien unter dem Namen Holi bekannt. In anderen Regionen Indiens wird es Kamadahana (Südindien), Dol Yatra (in Bengalen) oder Phagvah genannt.

Wann begeht man das Holi-Festival

Das Farbenfest Holi wird im Frühling gefeiert und kann zwischen 2 und 10 Tage andauern. Es gilt es ältestes Fest Indiens. Das Holi Festival startet nach dem letzten Vollmondtag im Monat Phalguna – das entspricht etwa dem Zeitraum zwischen Februar und März in unserem Kalender. Es beginnt im Grunde schon am Vorabend des Holi mit dem Holika Dahan – dem „Scheiterhaufen von Kamudu“, wenn Nachbildungen der Dämonin Holika aus Holz oder Stroh verbrannt werden. Am Tag danach geht es dann mit dem Holi Farbenfest bunt und fröhlich für ein oder mehrere Tage weiter.

Wie feiert man in Indien Holi und warum?

Nach der Bhagavad Gita (eine der bedeutendsten heiligen Schriften im Hinduismus) wird der Frühling als Zeit der göttlichen Manifestation und Offenbarung gesehen. Die Heilige Schrift bezeichnet Holi als das Herz Gottes.
Holi ist ein fröhliches ausgelassenes Fest, bei dem alle Menschen kastenunabhängig zusammenkommen, singen, tanzen und sich mit farbigem Wasser oder Farbpulver – dem Gulal – bespritzen. Überall ist der Ruf “Bura na maano, Holi Hai!”, zu hören, was übersetzt so viel wie „Nimm es mir nicht übel, es ist Holi!“ bedeutet.
Während des Holi Festivals herrscht in Indien der Ausnahmezustand. Sind hier ansonsten alle Menschen entsprechend des Dharma – der heiligen Weltordnung – von Geburt an in Kasten unterteilt, welche sie ihr Leben lang angehören, wird das Kastensystem an Holi außer Kraft gesetzt und die gesellschaftlichen Schranken fallen weg. Das gegenseitige Bespritzen mit Farbe kann auch als Zeichen der Gleichheit verstanden werden, die an diesen Festtagen herrscht.
Auch den Farben an Holi wird eine symbolische Bedeutung nachgesagt.

  • Rot steht für Glück und Liebe
  • Orange steht für Optimismus
  • Blau steht für Lebendigkeit
  • Grün steht für Harmonie

Da mit dem Holi Festival auch Sri Krishna geehrt wird, der für seine Streiche in jungen Jahren bekannt ist, spielen vor allem die Jungen an diesen Tagen den Passanten kleine Streiche.

Während Holi im religiösen Sinne den Triumpf des Guten über das Böse darstellt, steht es in gesellschaftlicher Hinsicht für die Beendigung aller Streitigkeiten und das Vergessen aller sozialen Unterschiede – zumindest für die Dauer des Holi Festivals. Und in der Natur markiert das Farbenfest den Sieg des Frühlings über den Winter.

Was macht man außerdem an Holi

Im Zuge des Holi Festivals verwandeln sich nicht nur Menschen und Gebäude in buntgefärbte Objekte, sondern auch der Ganges wird von Farben durchzogen. Am Ende des indischen Farbenfestes baden die Menschen im Ganges, sodass dessen Fluten am Abend in leuchtend bunten Farben schillern.
Trotz aller Ausgelassenheit hat das Holi Fest auch heute noch eine tiefe religiöse Bedeutung und so werden die Farben für das Festival davor auf dem Altar geweiht und die Menschen überbringen Segenswünsche.
Traditionell wird beim Holi-Fest Bhang bzw. Bhang Thandai getrunken – die sogenannte Hanfmilch. Sie besteht aus getrockneten Blättern und Blüten der weiblichen Hanfpflanze (THC Wert unter 0,5% = nur gering psychoaktiv), Gewürzen wie Kardamom und Safran gemischt mit Wasser oder Milch.
Sehr beliebt sind auch die vielen Leckereien, die es an Holi zu essen gibt. Dazu gehören Ladoos (Teigbällchen), frittierte süße Jalebis (Teigkringel) und Gulab Jamun in Zuckersirup (frittierte Milch-Teigbällchen).

Gibt es ähnliche Feste in anderen Kulturen oder Religionen?

Frühlingsfeste wie das Farbenfest Holi gibt es auch in anderen Religionen, wie beispielsweise das Nouruz im iranischen Kulturkreis.
Die Tatsache, dass im Holi Fest alle Standards bezüglich der Kasten außer Acht gelassen werden, zeigt seine Ähnlichkeit mit anderen Festen aus dem europäischen Kulturraum, wie zum Beispiel dem Karneval, indem man durch die Verkleidung eine Einheitlichkeit der Menschen erschafft. Solch ein kurzzeitiges Fallenlassen sozialer Grenzen verbindet das Holi Fest auch mit dem Mardi Gras der USA.

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